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Dachgauben - Ein Material für alle Fälle

Der Einbau von Gauben ist für Dachhandwerker ein lohnendes Tätigkeitsfeld. Von Vorteil ist ein Werkstoff, mit dem sich ganz unterschiedliche Einbausituationen meistern lassen. Deshalb kommt häufig Walzblei zum Einsatz.

Dachgauben liegen im Trend. Sie sind ein reizvolles Gestaltungselement und werten das Dachgeschoss als Wohnraum auf. Charakteristisch für eine Gaube ist, dass sie konstruktiv auf dem Dach aufbaut und keine ihrer Seiten in Verbindung mit dem eigentlichen Baukörper steht. Deshalb sind die Anforderungen an die Ummantelung besonders hoch. Es ist ein Werkstoff gefragt, der eine passgenaue und langlebige Verwahrung gewährleistet. Hier hat sich Walzblei als Lösung bewährt. Das Baumetall lässt sich gut mit anderen Dachwerkstoffen kombinieren und ist für An- und Abschlüsse sowie Kompletteindeckungen gleichermaßen geeignet.

Fachwissen gefragt

Oft werden Dachgauben nachträglich eingebaut. Hierfür wird nicht immer ein Architekt eingeschaltet. Viele Immobilienbesitzer wenden sich mit ihren Umbauwünschen direkt an örtliche Dachhandwerker. Idealerweise bieten fachkundige Kräfte die Planung und Ausführung von Dachgauben aus einer Hand an.

Die Errichtung von Gauben ist in der Regel genehmigungspflichtig. Maßgeblich ist die Bauordnung der Gemeinde. Die Bauvorschriften können je nach Kommune sehr unterschiedlich sein. Entsprechend groß ist der Gestaltungs- und Verantwortungsbereich der Handwerker. Sie klären oft im engen Dialog mit dem Immobilienbesitzer alle bauphysikalischen Fragen und leisten schon beim Antragsverfahren Hilfestellung.

Maßgeblich für die Ausprägung von Gauben ist das Hauptdach. So gelten für Dachgauben die gleichen Neigungsgrenzen wie für die Hauptflächen. Zudem sind etwa Mindestabstände zu den Dachrändern, eine Mindestraumhöhe und eine Mindestlichtfläche zu beachten. Auch ist zu prüfen, wie sich Gauben auf die Statik, die Wärmedämmung und die Dachentwässerung auswirken.

Liegt die Baugenehmigung vor, kann es mit der eigentlichen Arbeit losgehen. Zunächst wird die alte Bedeckung entfernt und die Dachhaut vorsichtig geöffnet. Hierbei sollte die Dacheindeckung so gering wie möglich verletzt werden. Werden Dachziegel oder Steine angeschnitten, sind diese neu zu unterlegen und zu befestigen.

Dachhandwerker können die Dachgaube wahlweise vor Ort errichten oder als vorgefertigtes Element montieren. Für individuelle Anfertigungen wird häufig eine Holzkonstruktion errichtet, in die dann die Fenster- und Glasflächen eingesetzt werden. Verbleibende Flächen werden mit OSB-Platten verplankt. Anschließend wird die gesamte Konstruktion sorgfältig isoliert und mit einem geeigneten Deckmaterial eingekleidet. Schneller geht es, wenn die Gaube vorgefertigt ist. Dabei werden die Dachgauben möglichst schon am Boden montiert und dann per Kran auf das Dach gehievt.

Wird das Dachgeschoss als Wohnung genutzt, sollten Gauben grundsätzlich eine Hinterlüftung erhalten. Hierzu wird nach Möglichkeit die bestehende Hinterlüftung des Hauptdaches genutzt. Dann reichen Zuluftöffnungen im seitlichen Anschlussbereich oder an der Stirnseite. Andernfalls können die Zuluftöffnungen im seitlichen Anschlussbereich und Abluftöffnungen im Gaubendachbereich vorgesehen werden.

Immer der richtige Anschluss

Die Übergänge zwischen Dachdeckung und aufgehenden Bauteilen sind besonders sensibel. Undichte Stellen können schwerwiegende Folgen haben und erhebliche Schäden an Dach und Fassade nach sich ziehen. Handwerker greifen hier gerne auf Walzblei zurück, da es sich präzise an Gaube und Dachziegel anpassen lässt.

Für die Bleieinkleidung von Gauben empfiehlt sich Walzblei in einer Materialstärke von mindestens 2,0 Millimetern. So sorgt das Eigengewicht der Bleibleche für eine hohe Grundstabilität. Zudem lassen sich die Bleche leicht verformen und präzise den konstruktiven Gegebenheiten anpassen.

Der Traufseitige Anschluss wird bei ebenen Deckwerkstoffen wie Biberschwanz- oder Schieferdeckung idealerweise einteilig von oben nach unten hergestellt. Bei konturierten Dachwerkstoffen sollte die Ausführung zweiteilig erfolgen. Wichtig ist vor allem das Zusammenspiel der direkten und indirekten Befestigung des Bleiblechs. Das Anschlussblech wird um die Fensterpfosten herum getrieben und dann mit jeweils drei Kupfer- oder Stahlnägeln fixiert. Als Querverbindung eignet sich sowohl eine seitliche Überlappung von mindestens 100 Millimetern als auch eine einfache Liegefalz.

Seitliche Anschlüsse an Gaubenwangen werden überwiegend mit unterdeckenden Nocken ausgeführt. Diese Ausführung bietet gegenüber aufliegenden, durchgehenden Anschlüssen mehr Stabilität bei Windsoglasten. Das dachseitige Anschlussteil besteht aus Einzelblechen, die sorgfältig über jeweils einen Dachziegel gearbeitet werden. Die wandseitige Aufkantung sollte bei einer Dachneigung über 22 Grad eine Höhe von mindestens 100 Millimetern aufweisen. Beträgt das Gefälle mehr als 30 Grad, sollte das Blech zusätzlich mit Schrauben am aufgehenden Bauteil befestigt werden.

Rundum gut verwahrt

Auch großformatige Ausführungen sind in der Praxis immer wieder anzutreffen. In diesen Fällen werden Gauben komplett mit Blei einkleidet, also auch die Pfosten, die seitlichen Wangen und das Gaubendach. So lassen sich architektonisch reizvolle Lösungen realisieren.

Nach Ausführung der Anschlüsse werden zunächst die Pfosten mit Walzblei eingekleidet. Die Bleibleche werden so zugeschnitten, dass sie in die Innenseite der Fensterlaibung hineinragen und die äußere Pfostenkante um rund 50 Millimeter überragt. Dies ist für die Verfalzung mit der Wangenbekleidung erforderlich. Bei einer Materialstärke von 2,0 Millimetern darf die Länge für glatte Bleibleche maximal 1 Meter betragen. Sind die Pfosten länger, sollte die Bekleidung zweiteilig mit Überlappung ausgeführt werden.

Die Bleieinkleidung der Gaubenwangen erfolgt in der Regel mit einer Materialstärke von 2,5 Millimetern. Jede Schare wird direkt am oberen Ende der Gaubenwange befestigt. Dazu werden meist zwei Nagelreihen angeordnet. Die einzelnen Stifte haben einen Abstand von rund 75 Millimetern. Die Seiten und die untere Kante der Bleibleche werden indirekt befestigt, um temperaturbedingte Längenänderungen zu ermöglichen. Als Überlappungslänge zwischen zwei Bleiblechen sind mindestens 100 Millimeter vorzusehen. Bei großen Gaubenwangen mit einer Breite von über 2,20 Metern empfehlen sich zusätzliche Hafte an den unteren Kanten und im Überlappungsbereich.

Die Ausführung der Dacheindeckung hängt im Wesentlichen von der Gaubenform ab. Bei Flachdachgauben wird hauptdachseitig eine Dreiecksleiste etwa 150 Millimeter oberhalb der Gaubendachfläche befestigt. Bei einem Satteldach empfehlen sich Längsverbindungen mit einfachem Liegefalz. Die Dacheindeckung von Runddachgauben erfolgt nach Möglichkeit einteilig. Denn dann kann eine größere Scharenlänge gewählt werden, da sich die Schare nach beiden Seiten ausdehnen können und nur indirekt befestigt werden. Faustformel: Die Schar kann in Metern so lang sein, wie sie in Millimetern dick ist.

Weiterführende Fragen beantwortet das vierteilige Handbuch für die Verarbeitung von Saturnblei. Es ist unter www.saturnblei.de zum Preis von 25 Euro zuzüglich Mehrwertsteuer zu bestellen.


Typische Gaubenformen

Es gibt drei Grundtypen der Gaube. Walzblei eignet sich alleine oder in Kombination mit anderen Werkstoffen zur Einkleidung aller Gaubenformen.

Flachdachgaube: Häufiger Typ mit einem flachen Gaubendach von geringer Neigung. Die Dacheindeckung erfolgt meist mit Metallblechen. Für die Gaubenwangen wird oft das gleiche Material gewählt. Den Anschluss an das Dach gewährleisten Bleibleche, die manuell verformbar sind.

Satteldachgaube: Beliebter Gaubentyp, der einem Satteldach nachempfunden ist. Die Dacheindeckung erfolgt mit Ziegeln oder Metallblechen. Die Wangen werden der Dacheindeckung angepasst. Man findet den auch als Giebelgaube bezeichneten Typ auf älteren Bauten und an Neubauten.

Runddachgaube: Hier liegt ein abgerundetes Dachelement auf senkrechten Gaubenwangen. Die Einkleidung erfolgt meist vollständig mit Metallscharen. Man unterschiedet zwei Untertypen: Hat die Rundung die Form eines Halbkreises, spricht man von einem Tonnendach, andernfalls von einem Segmentbogen.

 

Autor: Maximilian Hoh, Fachautor der Agentur conovo media in Köln, zuständig für die Themen Immobilien, Bauen, Wohnen

Bildquellen:

Einkleidung Dachgaube © contrastwerkstatt / Fotolia.com
Rundddachgauben © Kara / Fotolia.com
Alle weiteren Fotos und Illustrationen © Saturnblei.de

© Gütegemeinschaft Saturnblei e.V. / 07.01.2015

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