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Keine Chance für Wetterextreme

Die Holzwulst-Technik ist eine besonders stabile Form der Bleieindeckung. So werden auch Dachflächen, die extremen Wetterverhältnissen ausgesetzt sind, auf Dauer sicher verwahrt.

Köln, 29. Juli 2014 – Für Walzblei kommen vier typische Falztechniken zum Einsatz: der einfach liegende Falz, der kleine und der große Hohlwulst sowie der Holzwulst. Die Eindeckung in der Holzwulst-Technik eignet sich für Dächer, die zuverlässigen Schutz vor Wetterextremen wie starken Winden, hohen Temperaturschwankungen oder Schneelasten erfordern. Die Technik hält hohen mechanischen Belastungen stand und kommt besonders häufig für flache Dächer mit bis zu 30 Grad Neigung zur Anwendung. Auch aus optischen Gründen kommt die Ausführung in Betracht: Die Holzwulst betont die Verbindungen und verleiht dem Dach eine markante Struktur.

Die Ausführung der Holzwulst folgt bewährten Regeln und stellt keine übergroße handwerkliche Herausforderung dar. Die Besonderheit: Jede Verbindung von zwei Bleiblechen wird durch einen innenliegenden Holzkern verstärkt. Die so genannten Wulsthölzer sind etwa 40 x 40 Millimeter groß. Sie sind oben abgerundet und verjüngen sich nach unten konisch um 10 Millimeter an jeder Seite. Dadurch erweitert die Dacheindeckung den Spielraum für thermische Längendehnungen und erhöht den Widerstand gegen abhebende Windkräfte.

Der Einsatz von verdeckten Haften gewährleistet noch mehr Stabilität als sichtbare Hafte. Voraussetzung ist eine exakte Positionierung der Hafte. Sie werden in Abständen von maximal 400 Millimetern direkt auf den Wulsthölzern befestigt. Ihre Ecken sind an den vorderen Kanten abgeschnitten, damit sie in die Bleibleche hineinragen, ohne das Material zu verletzten. Ganz wichtig: Der Umschlag der überdeckenden Aufkantung muss die Hafte sicher umfassen. Es empfiehlt sich, die Haftlänge so zu bemessen, dass die untere Kante am Fußpunkt des Wulstholzes unmittelbar auf der Deckunterlage ansetzt. Dadurch ist sichergestellt, dass die vordere Haftkante immer gleich positioniert und der Überlappungsbereich ausreichend groß ist. Der Zwischenabstand der parallel verlaufenden Wulsthölzer hängt in erster Linie von den örtlichen Gegebenheiten ab, um eine sinnvolle Aufteilung etwa bei Dachgauben zu gewährleisten. Je geringer der Abstand gewählt wird, desto kleiner ist das Scharmaß, was die Stabilität nochmal erhöht.  

Im nächsten Schritt werden die Bleischare vorgekantet und zwischen den Wulsthölzern positioniert. Für die Höhe der Aufkantungen sind 55 Millimeter für das innen liegende und 125 Millimeter für das außen liegende Blech einzuberechnen. Anschließend wird das innen liegende Blech mit Treibwerkzeugen bis zur Mitte um das Wulstholz gelegt. Dann wird das außenliegende Blech einmal nach innen umgeschlagen und über den Holzwulst geführt. Die Falze sollten mindestens 5 Millimeter Abstand zum unterliegenden Bleiblech haben, um thermische Materialbewegungen nicht einzuschränken.

Alle Holzwulstenden müssen 5 Millimeter vor der Vorderkante der Traufe abschließen. Dazu werden die Bleibleche in der Regel über das abgeschrägte Wulstende getrieben. So ist für maximale Regensicherheit gesorgt.

Foto: Bleieindeckung in der Holzwulst-Technik (Copyright: Jakobs Metallverarbeitung)


Die Gütegemeinschaft Saturnblei e.V. ist die zentrale Vereinigung von Walzbleiproduzenten und Vergabestelle des RAL-Gütezeichens „Saturnblei“ (www.saturnblei.de). Der Verband bietet technische Unterstützung in allen Anwenderfragen und qualifiziert Handwerker und Architekten weiter. Am bundesweiten Schulungsangebot der Gütegemeinschaft nehmen jährlich rund 500 Fachkräfte teil. Interessenten können sich online anmelden oder für neue Termine vormerken lassen.



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© Gütegemeinschaft Saturnblei e.V. / 29.07.2014

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